Bundesvereinigung MatWerk und Studientag MatWerk tagen gemeinsam

Rund 70 Prozent aller technischen Neuerungen sind mit Werkstoffinnovationen verbunden. Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sind für die deutsche Wirtschaft somit unmittelbar Innovationstreiber und tragen maßgeblich zur Zukunftssicherung der Gesellschaft hierzulande bei. Trotzdem ist die Bedeutung von MatWerk in Politik und Öffentlichkeit noch nicht hinreichend bekannt. Hier gilt es, durch gezielte Kampagnen Aufklärung zu betreiben.

So könnte man eines der zentralen Ergebnisse der ersten gemeinsamen Sitzung der Bundesvereinigung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik e.V. (BVMatWerk) und des Studientags MatWerk (StMW)zusammenfassen, die am Nachmittag des 12. Juni 2017 im Wissenschaftszentrum Bonn stattfand. Dieser Gedanke kam aber auch schon während der BVMatWerk-Mitgliederversammlung am Vormittag zum Tragen, die von Generalsekretär Dr.-Ing. Peter Dahlmann in Vertretung der Vorsitzenden Dr. Ursula Eul geleitet wurde. Dem entsprechend beschloss die Mitgliederversammlung auf Anregung des Vorstands, für Anfang 2018 eine Klausur der Geschäftsführer aller BVMatWerk-Mitgliedsorganisationen einzuberufen, in der Interessen und Positionen einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit formuliert werden sollen – als Basis für eine gemeinsame, identitätsstiftende Strategie.

Fürs digitale Zeitalter gerüstet sein

Darüber hinaus einigte sich die Mitgliederversammlung darauf, 2019 einen MatWerk-Tag für die interessierte Öffentlichkeit einzurichten, der zum Beispiel im Umfeld der Werkstoffwoche angesiedelt sein könnte. Kai Rochlus, der die Arbeit der Konferenz aller werkstofftechnischen und materialwissenschaftlichen Studiengänge (KaWum) vorstellte, bot der Mitgliederversammlung zudem an, zu diesem und anderen Themen Konzepte zu erarbeiten. Die Vorstellung des Jahresabschlusses durch das Geschäftsführende Vorstandsmitglied Dr.-Ing. Frank O.R. Fischer, die Entlastung des Vorstandes sowie die bestätigende Wahl der beiden Buchprüfer Dipl.-Ing. Jürgen Zuchowski (GDMB) und Dr. Georg Düchs (DPG) standen ebenfalls auf der Agenda.

Danach trafen sich BVMatWerk und Studientag MatWerk zur konstituierenden Beiratssitzung der „Allianz MatWerk“, die gemeinsam Strategien für die Zukunft des Fachgebiets erarbeiten soll. In diesem Rahmen referierte Prof. Dr. Ralf Wehrsporn, der das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) leitet, über die „Zukunft der Werkstoffforschung“ im digitalen Zeitalter. Dabei formulierte er auch gemeinsame Handlungsempfehlungen für die Politik, darunter den Aufbau von grundständigen Materialinformatik-Studiengängen, das Erarbeiten einer digitalen Werkstoffagenda für Deutschland und die Koordination, Moderation und Unterstützung der bundesdeutschen Werkstoffforschung und der digitalen Transformation durch das BMBF.